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Atemschutzausbildung 2010 PDF Drucken E-Mail

Am Samstag, dem 29. Mai 2010 führten wir eine feuerwehrinterne Atemschutzaus- bzw. Fortbildung durch. Hierzu fanden sich zahlreiche Atemschutzgeräteträger und Maschinisten unserer Wehr im Gerätehaus ein.


Die Ausbildung begann mit einem Theorieteil, in welchem alle Einsatzgrundsätze noch einmal wiederholt und diskutiert worden waren, um das vorhandene Wissen der Feuerwehrangehörigen nochmals aufzufrischen.


Nach Abschluss der Theorie konnte mit praktischen Übungen fortgesetzt werden.


Hierzu gehörte zum Beispiel das richtige Handling des Hohlstrahlrohres. Nachdem die genauen Eigenschaften und damit verbundenen Funktionen des Hohlstrahlrohres wiederholt wurden, konnte sich jeder mit diesem nochmals vertraut machen und vor allem das Abgeben von kurzen Sprühstößen mit diesem üben.


Nun folgte das Üben vom korrekten Öffnen von Türen, hinter welchen ein Brandraum vermutet wird. Nachdem die Tür abgetastet und eine (eingebildete) Hitze festgestellt wurde, wurde die Tür kurz geöffnet und eine Rauchgaskühlung durch Sprühstöße aus dem Hohlstrahlrohr durchgeführt. Zum Schutz vor einer drohenden Rauchgasexplosion durch Sauerstoffzufuhr wurde die Tür nach der Wasserabgabe sofort wieder geschlossen und dieser Vorgang ein paar Mal wiederholt. Im Einsatzfall wird dies solange wiederholt, bis sich der vorgehende Trupp sicher sein kann, dass die Rauchgase ausreichend gekühlt wurden und eine Explosion derer ausgeschlossen werden kann.


Danach wurde das Verhalten nach der Türöffnung im Brandraum geübt. Besondere Punkte hierbei waren der Temperaturcheck, das Kühlen der Rauchgase und das Verhalten bei einer Rauchgasdurchzündung (Flash-Over) im Raum. Auch hier war wieder der gekonnte Umgang mit dem Hohlstrahlrohr gefragt. Die Übung wurde Außen durchgeführt, wobei sich ein Brandraum vorgestellt werden konnte.


Der vorletzte Teil der Atemschutzausbildung bestand aus dem Suchen und Retten von vermissten Personen in einem verrauchten Raum bzw. in mehreren verrauchten Räumen. Damit die Trupps bei ihrer Arbeit beobachtet werden konnten um auf mögliche Fehler hinweisen zu können, wurde bei dieser Übung auf den Einsatz der Nebelmaschine verzichtet. Damit die Schwierigkeit des Suchens bei Nullsicht trotzdem gegeben war, wurden über die Scheiben der Atemschutzmasken Kunststoffüberschuhe gestülpt. Damit konnte der Atemschutzgeräteträger nur noch grobe Umrisse erkennen, womit nahezu gleiche Umstände wie bei Nullsicht durch Rauch gegeben waren. Wie im Realeinsatz musste ständig ein Sicherheitstrupp zur Verfügung stehen, um sich im Einsatz befindliche Truppmitglieder bei besonderen Zwischenfällen retten zu können. Dies wurde einmal ohne Vorankündigung für den Sicherheitstrupp geübt, indem ein Atemschutzgeräteträger eine Bewusstlosigkeit simulierte und gerettet werden musste.


Im letzten Teil der Ausbildung wurde sich erstmals intensiv mit dem Umgang mit der Wärmebildkamera beschäftigt, welche im Sommer 2009 für die Feuerwehren der Stadt Sangerhausen angeschafft wurde. Hierzu wurde ein Raum mittels Nebelmaschine vollkommen vernebelt (ähnlich wie Rauch im Einsatzfall) und es mussten durch die Trupps Aufgaben abgearbeitet werden. Hierzu wurden drei Trinkflaschen mit Wasser gefüllt. Das Wasser in den Flaschen hatte unterschiedliche Temperaturen. Nachdem diese im Raum versteckt wurden, mussten sie durch die Trupps mittels Wärmebildkamera gefunden werden, die Temperatur festgestellt werden und je nach Fall die Flasche mit der niedrigsten, der höchsten oder der mittleren Temperatur aus dem Raum gebracht werden. Somit konnte die Anzeige der verschiedenen Farben auf der Kamera gedeutet und das Suchen von Wärmequellen (welche auch bewusstlose Personen sein könnten) geübt werden.


 

Wir bedanken uns bei der Feuerwehr Sangerhausen für die Ausleihe der Nebelmaschine!



Fotos: